Oben sehen Sie einen Verlauf der Hörkurve im Tonaudiogramm. Ein ähnliches Muster des Verlaufs ist bei vielen anderen Betroffenen erkennbar.
Unabhängig von der Höhe der Töne bleiben leisere Töne unverständlich.
Im Mittelohr befinden sich winzige Gehörknöchelchen, die das Außenohr mit dem Innenohr verbinden. Mit dem Trommelfell ist der Hammer verwachsen. Der Hammer ist mit dem Amboss und der wiederum mit dem Steigbügel in Kontakt. Der Steigbügel gibt den Schall dann an die Schnecke weiter. Die Gehörknöchelchen sind beweglich aufgehängt und leiten den Schall vom Trommelfell zum Innenohr. Bei einer Mittelohrschädigung ist diese Schallleitung behindert oder geschädigt.
Die gesamte Hör-Lautstärke ist für Betroffene gravierend reduziert. Insbesondere das Sprachverstehen ist reduziert, da im Bereich zwischen 1 und 3 kHz die wichtigsten Sprachanteile liegen und dieser Bereich durch das Mittelohr besonders verstärkt wird (Schalldruckerhöhung). Alles klingt leiser und man bemerkt diese Schädigung selbst recht gut.
Ob das Mittelohr tatsächlich geschädigt ist, kann ein HNO-Facharzt übrigens durch eine Tympanometrie feststellen.
Eine Mittelohrschwerhörigkeit kann durch eine Schädigung des Trommelfells verursacht werden. Häufig sind auch die Gehörknochen betroffen. Durch unterschiedliche Umstände ist eine Schädigung der Gehörknochen möglich. Oft ist Verkalkung oder Knocheneiterung bei starker Mittelohrentzündung (z.B. in der Kindheit) ein Grund. Es gibt auch Personen, die eine mangelhafte Funktion des Mittelohrs geerbt haben.
Eine Mittelohrschwerhörigkeit lässt sich mit einem Hörgerät sehr gut behandeln, da es meist nur etwas an der Gesamtlautstärke fehlt. Auch eine Operation durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt ist in vielen Fällen erfolgreich. Hierbei können geschädigte Gehörknochen durch Implantate (aus Titan) ersetzt werden, auch Löcher im Trommelfell können erfolgreich geschlossen werden.
Bei einer Mittelohrschwerhörigkeit empfehlen Hörakustiker Systeme wie das Oticon Acto oder das Phonak Naída.